Duo
«Hell & Schnell» – eine Entdeckung
Hell und Schnell sind Bühnenarbeiter in einem Variété.
Vorerst geschieht fast nichts, zu zweit wird etwa das Mikrophon für die
Sängerin, ein Stuhl des Zauberers weggetragen oder ein Kabel umständlich
verlegt. Das Duo mit den blauen Schürzen, stieren Käppis und geschmacklosen
Kinnbärten lässt sich Zeit, ledig gebliebene Zwillinge aus dem Hinterland
eben. Kommuniziert wird in Kurzform oder in holprigen Reimen mit abschliessendem
Gassenpfiff. Bald merkt man helles und schnelles Arbeiten ist nicht ihr
Ding. Aber mit fortschreitendem Abend wird's interessant.
Luciano Andreani, seit bald dreissig Jahren in der Freien
Theaterszene und als bildender Künstler tätig und Markus Schrag, seit
über zehn Jahren mit Theater und Jugendzirkus-Erfahrung, entlocken den
Dingen feine Poesie.
Da wird die Bühne zu Marschmusik mit einem Zweifachbesen
geputzt, Bananen auf den Boden geschraubt, oder etwa in
einer Kettenrechnung ungehemmt Ladenpreis mit Stromstärke addiert und
auf den Nenner gebracht. Schliesslich macht sich Staunen und Heiterkeit
breit, wenn Hell und Schnell zu einem wild drehenden paar Schuhe(!) einem
irischen Stepptanz auf die Bretter legen. Und wenn der Abend sich neigt,
haben sich die Werkzeug-Junkies die Gunst des Publikums im wahrsten Sinne
des Wortes erarbeitet.
Die Zuschauer waren schnell und hell begeistert. Text: Helen
Halbwahr
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